Familie
im Wandel: Aufbruch in eine neue Dimension der Beziehungsqualität (Daniela & Walter
E. Fritzsche)
Einleitende
Zusammenfassung:
Die problematische Situation, in
der sich familiäre Systeme zunehmend
finden, erscheint auf den ersten Blick bedrohlich. Eine Veränderung
des Blickwinkels ermöglicht jedoch nicht nur einen erweiterten
Zugang zum Thema, sondern auch ein wachsendes Verständnis für
jene Faktoren, die eine maßgebliche Rolle in der derzeitigen
Phase der Veränderung spielen werden, um die mit der Krise des
Systems Familie verbundenen Entwicklungsaufgaben erfolgreich zu meistern!
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zum herunterladen: Familie im
Wandel.pdf>
Verwandlung
„Die Familien sind zerfallen ... Wir besuchen einander immer
seltener und wir teilen nicht mehr, was wir haben. Materiell sind wir
reicher als früher, aber spirituell sind wir verarmt.“1
Richten wir unseren Blick auf die Auflösungserscheinungen,
die die Institution Familie erfasst haben, erschreckt uns das, macht
uns
nachdenklich und wirft Fragen auf, deren Beantwortung uns nicht leicht
fällt. Ich möchte Sie nun einladen, einen Schritt zurück
zu treten und für einen Moment eine positive Haltung gegenüber
diesem Phänomen einzunehmen. Vor unserem inneren Auge eröffnet
sich dann ein neues Panorama:
 Das
Modell Familie erfährt Veränderung. Veränderung
ist ein Zeichen von Entwicklung. Im Gegensatz dazu bedeutet Stillstand,
dass keine Entwicklung, kein Fortschritt sinnvoll oder möglich
ist. Dies würde in unserem konkreten Fall dann zutreffen, wenn
das Modell Familie nicht verbesserungswürdig wäre – weil
es ohnehin ein Auslaufmodell darstellt – oder nicht verbesserungsfähig – weil
die optimale Ausprägung bereits erreicht ist.
Beides scheint jedoch nicht zuzutreffen: Die jüngste spirituell-geistige
Erneuerung der Religion durch Bahá´u´lláh,
den Stifter des Bahá´i-Glaubens, bestätigt die Bedeutsamkeit
der Institution Familie. Somit kann sie kein überholtes Modell
darstellen. Und in sämtlichen industrialisierten Gesellschaften
der Welt zeigt sich in unterschiedlichem Ausmaß eine krisenhafte
Situation in den Familien. Somit kann von einer bereits optimalen Form
ebenfalls nicht die Rede sein.
Folgen wir weiter der Überlegung, dass Krisen Schauplätze
bevorstehender Entwicklungen sind, befinden wir uns also in einer Phase,
in der ein Qualitätssprung im System Familie möglich ist – ein
aufregender Gedanke!
Die Schlange häutet sich: Über
Inhalt und Form
Die Auswertung von Daten
einer repräsentativen nationalen Befragung
an 799 Familien in den USA ergab, dass die Familienform nicht ausschlaggebend
für das gute Gedeihen von Kindern ist.2 Gehen
wir davon aus, dass das Modell Familie jedoch nicht obsolet geworden
ist, erschließt
sich uns vor dem Hintergrund dieser Studie ein wichtiger Aspekt: der
Inhalt – im Wechselspiel mit der Form. Form und Inhalt ergänzen
einander.
| Die äußere
Form der familiären Struktur bildet und hat immer den Rahmen
gebildet, innerhalb dessen die Anlagen und Potentiale des sozialen
Wesens Mensch zur Entfaltung gebracht werden können. Sie
ist der ultimative Ort des Lernens, Erfahrens, Erkennens und
Bewusstwerdens elementarer Aspekte menschlichen Seins und Miteinander-Seins.Doch wenn nun die
Form, aus welchen Gründen auch immer, zerbricht, bleibt
trotzdem der Inhalt, die Entwicklungsaufgabe, bestehen. Wenn
uns die Studie nahe legt, dass dieser Inhalt auch in anderen
Formen erschlossen werden kann, wenn die eigentliche Form der „Institution
Familie“ nicht (mehr) verfügbar ist, gibt sie uns
gleichzeitig Aufschluss darüber, worin dieser Inhalt besteht.
Wir können in Folge dieses Wissen nutzen, um die Qualität
unseres eigenen familiären Gefüges zu analysieren und
die Potentiale zu definieren, die darauf warten, erschlossen
und weiter ausgebaut zu werden. |
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1.Ureinwohnerin der Arktisregion Nunavut, in: Geo
Wissen, Familie, 2004
2.Lansford, Abbey & Stewart. Journal of Marriage and Family 63,
2001
<weiter>
| © 2004, BeziehungsWerkstatt.org |
4-Februar-2005
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Daniela & Walter
E. Fritzsche, Bülowstrasse 43, 42659 Solingen
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