Fortsetzung: Familie
im Wandel
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Neue Erfordernisse: Bewusstsein
Das Verständnis der Natur des
Menschen, wie es uns aus den Weisheitslehren der Welt entgegentritt,
entwirft das Bild eines Wesens, dem Würde
und geistiger Adel zutiefst zu Eigen sind: O Sohn des Geistes! Edel
erschuf Ich dich, du aber hast dich selbst erniedrigt. So erhebe dich
zu dem, wozu du erschaffen wurdest!5 Das Wissen
darum, dass der Mensch – jeder
Mensch – neben seiner körperlichen und psychischen auch
eine spirituelle Dimension besitzt, bewirkt, dass es uns leichter fällt,
dem Partner/ der Partnerin Achtung für sein/ ihr so-Sein entgegen
zu bringen und die eigene Person ebenso respektvoll zu behandeln.
Mit dem Wissen um die spirituelle Dimension der menschlichen Existenz
erschließt sich auch ein individueller Lebenssinn, der es uns
erlaubt, die Herausforderungen und Probleme des Lebens in einen größeren
Sinnzusammenhang zu stellen. Dies wiederum findet seinen Niederschlag
in einem Faktor, den eine Studie der University of California/ Berkeley
als grundlegend im Zusammenhang mit dauerhaftem Eheglück analysiert
hat: das optimistische Naturell.
Das Prinzip der Gleichwertigkeit der Geschlechter
hat die Beziehungen von Menschen untereinander revolutioniert – und tut es noch!
Nach wie vor sind Regierungen und Kommunen damit beschäftigt,
auf rein formaler Ebene die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Gleichwertigkeit
im Arbeitsumfeld zur äußeren Realität wird. Kaum berührt
davon sind jedoch die inneren Prozesse der Transformation, die Gleichwertigkeit
zu einer inneren Realität im Bewusstsein der Menschen werden lässt,
um der nun anstehenden Qualitätsveränderung innerhalb der
zwischenmenschlichen Beziehungen gerecht zu werden.
Neue Priorität: gesunde
Beziehungen
Immer mehr Menschen erteilen einer Priorität der Ökonomie
zunehmend ihre Absage. Stattdessen wird die Bedeutung gesunder Beziehungen
immer mehr erkannt.
Dabei sind wiederum Beziehungsqualität und körperlich-seelische
Gesundheit zwei Parameter, die eng miteinander verwoben sind: Neben
den Arbeitsbedingungen eines Menschen ist die Qualität seines
Beziehungsumfeldes jener Faktor, der maßgeblich mit bestimmt,
ob aus einer Disposition eine Krankheit wird. So liefert uns die körperliche
Symptomatik wichtige Anhaltspunkte für eine Beschäftigung
mit Themen, die auf der Beziehungsebene einer Klärung bedürfen.
Das soziale Wesen Mensch benötigt eine gute Beziehungsqualität
auf sämtlichen Beziehungsebenen: in der Beziehung zu sich selbst,
zu anderen Menschen in Freundschaftsbeziehungen, innerhalb der Partnerschaft,
innerhalb der Familie und Ursprungsfamilie, innerhalb von Arbeitsbeziehungen
und auch – was oft ausgeklammert wird – in Beziehung zur
Schöpfungsmacht.

Vier dieser Beziehungsebenen
betreffen das Thema Familie direkt:
Potentiale der Familie:
| Beziehungsebene |
Erschlossenes
Potential |
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| Ich in Bezug zu mir |
Gesunde Selbstliebe und -akzeptanz
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Freiheit von "Altlasten" |
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Bilanz ziehen eröffnet neue Wege |
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| Partnerschaft |
Die Persönlichkeit hinter
der „Rolle“ des Partners/ der Partnerin wahrnehmen
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Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenz |
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Gemeinsame Werte, geteilte Vision |
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Freiheit von „Altlasten“ |
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Miteinander beraten können |
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| Familie |
Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenz |
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Beachtung von systemischen Ordnungsprinzipien |
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Grenzverletzungen vorbeugen |
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Lernatmosphäre |
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| Ich in Beziehung zur Schöpfungsmacht |
Bewusstsein über: Was möchte
ich geben?
Bewusstsein über den persönlichen Lebenssinn |
Wollen wir die Qualität unseres
eigenen familiären Gefüges analysieren und jene Entwicklungsfelder
definieren, die Potentiale bergen, die darauf warten, erschlossen
und weiter ausgebaut zu werden, ist eines wichtig zu wissen:
Das spezifische Wissen, die notwendigen Fähigkeiten und das
Bewusstsein, das gesunden Beziehungen zugrunde liegt, sind erlernbar!
Wenn wir uns dafür entscheiden,
unerschrocken die Herausforderungen anzunehmen, vor die uns die zunehmende
Komplexität und Vernetztheit der bestimmenden Faktoren im System
Familie stellen, werden wir eine neue Dimension der Beziehungsqualität
erreichen und damit jenes Potential erschließen, das heute
noch weitgehend im Verborgenen wartet! 5 Bahá´u´lláh.
Verborgene Worte Nr. 22
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| © 2004, BeziehungsWerkstatt.org |
4-Februar-2005
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