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Lilien auf dem Feld
Behinderung des dritten Veränderungsschrittes (Thought Forms)

von der Vision zum Ziel

Hier geht es um die Frage(n):

  • „Wenn ich diese Vision leben will, was wäre jetzt der erste Schritt dazu?“
  • „Was hindert mich jetzt die Vision zu leben?“ oder in der Partnerschaft
  • „Was muss ich von meinem Partner / Partnerin einfordern, damit die Partnerschafts-Vision von uns gelebt wird?“


Es werden somit Ziele für die eigene Person oder Forderungen an den Partner / die Partnerin definiert.

  • Ein solches Ziel wird in aller Regel nicht „wohlgeformt“ ausgedrückt.
  • Das, was die Person daran hindert, ein wohlgeformtes Ziel für sich selbst zu definieren oder eine wohlgeformte Forderung an den Partner / die Partnerin zu stellen, sind sehr tief liegende, unbewusste einschränkende Überzeugungen. Wir nennen diese Störungen „Thought Forms“.
  • Thought Forms entstehen bei einer emotionell extrem belastenden Situation, meist im Kindesalter. Sie wird in aller Regel von einer Bezugsperson übernommen, die in der fraglichen Situation die „Nerven verliert“. Im Versuch des Kindes zu verstehen was passiert, „schlüpft“ es in die Gedankenwelt des Erwachsenen hinein und erhält eine „Erklärung“ für die Situation aus der Perspektive einer Bezugsperson.

Beispiel:

Ein Junge, 5 Jahre alt, erlebt, wie sein Vater wutentbrannt und außer sich auf ihn zukommt, um ihn zu schlagen. Die Mutter des Jungen, die zufällig hinter diesem steht, sieht den Vater, gerät vor Verzweiflung und Ohnmacht (er wird meinen Jungen wieder böse schlagen) ebenfalls außer sich, legt dem Jungen den Arm um seine Brust und zieht ihn zu sich. Der Junge ist ebenfalls außer sich und versucht, über die in seiner Nähe befindliche Bezugsperson (hier seine Mutter) ein Verständnis der Situation zu erhalten. Die Mutter ist fokussiert auf den Vater mit dem Gedanken „Er ist gefährlich“. Der Junge lernt somit: Der Vater ist gefährlich – also können Menschen gefährlich sein, also könnte auch ich gefährlich sein. Also lebt der Junge nun mit der TF (Befürchtung): „Ich könnte gefährlich sein“ – Er lebt nun besonders hilfsbereit, um sich und andere davon zu überzeugen, dass er gar nicht gefährlich sein kann.
Die körperlich-energetische Blockade liegt quer über seiner Brust, dort, wo die Mutter ihn berührte, als sie ihn zu sich gezogen hat.

 

Thought Forms und ihre Struktur
  • TFs sind einschränkende Überzeugungen über die Menschen und damit über sich selbst.
    z. B. „Menschen können gefährlich sein, also könnte ich auch gefährlich sein!“
  • TFs sind an kein Gefühl gekoppelt, darum kaum „erkennbar“ oder bewusst erfühlbar oder erfahrbar.
  • TFs haben eine körperliche Ausprägung (Anker), die sich als Energieblockade auswirkt.
  • TFs lassen sich in 14 „Familien“ ordnen:

Jede dieser Thought Forms blockiert jeweils eine Kerncharaktereigenschaft (KCE):

Thought Form

Blockierte Kern-Charakter-Eigenschaft
Ich bin willensschwach, feige. Durchhaltevermögen

Ich bin wertlos, überflüssig.

Begeisterungsfähigkeit
Ich bin verlogen, falsch. Ehrlichkeit
Ich bin böse, gemein. Zuverlässigkeit
Ich bin machtlos, hilflos. Mut
Ich bin doof, unterentwickelt. Tiefgründigkeit
Ich bin verrückt, komisch. Sinn für Vollkommenheit
Ich bin kalt, herzlos. Mitleid, Dienstbarkeit
Ich bin verlassen, allein. Herzlichkeit
Ich bin ausgeliefert, gefangen. Daseinsbejahung
Ich bin schwach, ein Versager. Fürsorglichkeit
Ich bin egoistisch, rücksichtslos. Opferbereitschaft
Ich bin triebhaft, gefährlich. Empathie
Ich bin verloren, verdorben. Sinn für Harmonie

 

Thought Forms und ihre Prävention
  • Nicht vor oder in der Nähe von Kindern streiten oder Themen besprechen, die die Beziehung oder den Zusammenhalt der Familie oder der Partnerschaft in Frage stellen!
  • Nie vor Kindern die Nerven verlieren und / oder sie gar schlagen!
  • Vorab die Erziehungsmethode oder die Regeln für die Kinder und deren Konsequenzen mit dem (Ehe-)Partner / der (Ehe-) Partnerin absprechen!
  • Wenn notwendig, sollten sich die Eltern rechtzeitig professionelle Hilfe holen!
Thought Forms und ihre Heilung (Auflösung)
  • TFs lassen sich kaum selber erkennen oder gar heilen
  • TFs sind nur indirekt zugänglich.
    Beispiel: Wer dauernd lernt, sich immer mehr Wissen aneignet als er/sie eigentlich bräuchte und damit prahlt, könnte von der Befürchtung getrieben sein: „Ich könnte blöd / dumm / beschränkt sein“
  • TFs werden in der dritten VoVa - Phase ermittelt und aufgelöst:
    • Aufbau eines Settings (Timeline – Jetzt à Vision)
    • „Was hindert dich, die Vision zu leben?“
    • Erinnerung der Situationen, der Beteiligten, der „Botschaft“
    • Bindungsarbeit / Versöhnung mit der Bezugsperson
    • Philosophische Überlegung: „Was weiß mein Visions-Ich darüber?
      Hat es die gleiche Befürchtung? NEIN! Warum nicht, was weiß das Visions-Ich, was diese Befürchtung bedeutungslos werden lässt?“
    • Suche nach dem Corebelief
    • Überlegungen bezüglich des Menschen-, Welt- und Gottesbildes
    • Abschlussritual: Übermittlung des Corebeliefs an die Bezugsperson und an das Ich im Jetzt

 

Thought Forms und ihre Heilung (Die Corebeliefs)

Ein Corebelief, ist das Ergebnis der Überlegung, was mein Visionsich weiss, damit meine Befürchtung (TF) belanglos (ohne jede Bedeutung) wird.

Die 14 Thought Forms und deren Corebeliefs:

Thought Form

Corebelief
Ich bin willensschwach, feige. Liebe ist die stärkste Macht.

Ich bin wertlos, überflüssig.

Jeder ist eine Bereicherung.
Ich bin verlogen, falsch. Reine Liebe kommt an.
Ich bin böse, gemein. Jeder ist geführt.
Ich bin machtlos, hilflos. Jeder möchte lieben.
Ich bin doof, unterentwickelt. Liebe ist Entscheidungssache.
Ich bin verrückt, komisch. Die Schöpfung ist dafür da, Liebe auszudrücken.
Ich bin kalt, herzlos. Liebe wächst beim Geben.
Ich bin verlassen, allein. Alle sind verbunden.
Ich bin ausgeliefert, gefangen. Jeder weiß um die Liebe.
Ich bin schwach, ein Versager. Jeder weiß vom Ganzen.
Ich bin egoistisch, rücksichtslos. Lieben alleine macht tief glücklich.
Ich bin triebhaft, gefährlich. Es ist Sinn des Lebens zu lieben.
Ich bin verloren, verdorben. Jeder ist aus Liebe erschaffen.

Wir philosophieren über die Liebe

Auszug aus den verborgenen Worten von Bahá'u'lláh (ca. 1863):

"O Sohn des Menschen!
Verhüllt in Meinem unausdenkbaren Wesen
und in der Ewigkeit Meines Seins
erkannte Ich Meine Liebe zu dir;
darum erschuf Ich dich,
prägte dir Mein Ebenbild ein
und offenbarte dir Meine Schönheit."

Thought Forms und ihre Heilung (Ein neues Weltbild)

Jeder Mensch kann, unabhängig von seiner Glaubensrichtung, Schwierigkeiten haben, sein Weltbild zu ordnen. Der Mentor / Mentorin unterstützt durch entsprechende Fragestellungen, die wiederum mit dem Visions-Ich geklärt werden können.

Folgende Fragen könnten eine Rolle dabei spielen:

– Ausgehend vom Core-Belief: z.B.: „Jeder möchte lieben“.
– „Wenn jeder lieben möchte, warum tun es viele nicht?“
– “Warum tun sie es nicht jeden Tag?“
– „Kann es sein, dass Gott Menschen schafft, die gut sind und welche, die es nicht sind?“
– „Kann somit Gott ungerecht sein?“
– „Welches ist denn die Schöpfungsabsicht?“
– „Was hat Gott davon?“
– „Wer oder was ist der Mensch innerhalb der Schöpfung?“
– „Was bedeutet das für den Menschen?“
– „Wie kommt der Mensch dazu dies zu leben?“
– „Was bedeutet das im Umgang mit anderen Menschen?“
– „Welche Verantwortung leitet sich daraus ab?“
– „Brauchen die Menschen einander um Liebe zu leben, zu finden, etc.?“

In Verbindung mit dem Visions-Ich werden in aller Regel folgende Kernsätze ermittelt:

  • Die Schöpfung ist Ausdruck von Liebe.
    – Der Mensch und die Schöpfung sind aus Liebe erschaffen.
  • Der Mensch (als Spiegelbild Gottes) ergründet und erkennt den Schöpfungssinn.
    – Der Mensch ist sich bewusst Mensch zu sein und
    – ist frei in seiner Entscheidung.
  • Die Schöpfung ist für uns Menschen endlich.
    – Es gibt eine definierte Ordnung.
  • Jeder hat die Verantwortung an der Schöpfung teilzunehmen.
    – Um die Liebe für andere erfahrbar zu machen.
    Wir sind Mentor / Mentorin füreinander.

 

Die 14 Werte einer stabilen Partnerschaft

Wenn ein Paar im VoVa-Prozess eine Partnerschafts-Vision erarbeitet hat, so stellt sich nun (in der dritten VoVa-Phase) die Frage: „Wie setzen wir diese Vision um, wie leben wir sie im täglichen Leben?“

Es ergeben sich Grundforderungen an den Partner / die Partnerin, ausgehend von den Themen, die bisher zu Streit und Uneinigkeit in der Partnerschaft geführt haben.

Ziel ist es nun, dass diese Grundforderung(en) „wohlgeformt formuliert werden“, so dass der Partner / die Partnerin weiß, was von ihm / ihr erwartet wird. Somit kann die Frage beantwortet werden:

  • Ja --> Wert wird von beiden getragen!
  • Jain, also ein nicht ganz eindeutiges Ja, zeigt eine Gegenforderung an, die erfüllt werden muss
  • Nein --> muss hinterfragt werden, weil ein bleibendes Nein die Partnerschaft sehr belasten würde (weil sie damit die Partnerschaft in Frage stellt).

Die 14 Grundwerte korrelieren mit den 14 Kern-Charakter-Eigenschaften (KCEs):

KCE Yang Prinzip
(eher Maskulin)
Wert / Forderung
Sinn für Vollkommenheit Weltengagement
Tiefgründigkeit öffentliche Loyalität
Mut Friedliche Konfliktlösung
Zuverlässigkeit Sexuelle Treue
Ehrlichkeit Ehrliche Auskunft
Begeisterungsfähigkeit Sexualität
Durchhaltevermögen Eigene Gesunderhaltung
KCE Yin Prinzip
(eher Femenin)
 

Sinn für Harmonie

Erziehungsmodell des Partners / der Partnerin mittragen
Emphatie Anteilnahme beim Partner
Opferbereitschaft Ressourcenkonferenz (Geld, Aufgaben, Zeit)
Fürsorglichkeit Integration des Inputs des Partners / der Partnerin bei Entscheidungen
Daseinsbejahung Abstimmung Kinder
Herzlichkeit Antwort auf Wünsche
Mitleid / Dienstbarkeit Respekt vor den Grenzen
des Partners

zugehöriger Wert zur Definition einer stabilen Partnerschaft und seine Bedeutung


Sinn für Vollkommenheit: Weltengagement:
Hier geht es um die Einbindung des Paares in die Welt, um das Glück der Synergie beim gemeinsamen Handeln über die Kinder hinaus.

Sinn für Harmonie: Erziehungsmodell des Partners / der Partnerin mittragen:
Hier geht es um die Harmonie des Systems Familie, wozu gehört, dass jeder vor den Kindern zum anderen Elternteil steht. Um dies tun zu können, ist es natürlich notwendig, sich als Paar über Erziehung einigen zu können und offen für das Feedback des anderen zu sein, siehe „friedliche Konfliktlösung“!


Tiefgründigkeit: öffentliche Loyalität:
Hier geht es um die Gewissheit, dass keiner vor dem Partner und auch nicht in dessen Abwesenheit, negatives über den P. bzw. die Ehe sagt, außer wenn man echten Rat bei Freunden sucht und die Selbst-Veränderung im Vordergrund steht.

Empathie: Anteilnahme für den Partner / der Partnerin:
Hier geht es ums intensive, nichtwertende Zuhören, das Miterleben der Gefühle, Sorgen, Fragen und Hoffnungen des P.


Mut: friedliche Konfliktlösung:
Damit ist gemeint, dass Verletzungen nur als Hilferuf (wie kann ich mich ändern, um etwas anderes bei Dir auszulösen?) angesprochen werden und damit Abstand genommen wird von Schuldzuweisungen und Kritik.

Opferbereitschaft: Ressourcenkonferenz:
Die gemeinsamen Ressourcen und Pflichten wie Geld und Zeit werden in einer gemeinsamen Beratung immer wieder so aufgeteilt, dass beide (und die Kids) gewinnen und jeder das tut, was ihm sowieso leichter fällt.


Zuverlässigkeit: sexuelle Treue:
Man verhält sich dem anderen Geschlecht gegenüber genau so, dass der abwesende Partner jederzeit zusehen könnte, wenn er da wäre.

Fürsorglichkeit: Integration des Inputs vom Partner bei Entscheidungen:
Bei allen Entscheidungen, die gemeinsam zu treffen sind, sagt jeder seine Meinung und denkt sich dann auch voll in die Perspektive des anderen hinein, bis aus dieser Zusammenschau Synthese wird.


Ehrlichkeit: ehrliche Auskunft:
Bei Nachfrage und innerer Überprüfung (manchmal belügt man sich ja auch selbst versehentlich) sagt man, wie etwas wirklich ist.

Daseinsbejahung: Abstimmung Kinder:
Eine Ehe ist natürlicherweise so angelegt, dass daraus etwas entsteht. Man sollte sich einig sein, ob es Kinder sein sollen, oder wenn nicht, was dagegen spricht und in welchem Bereich man sich stattdessen Synergie wünscht.


Begeisterungsfähigkeit: Sexualität:
Sexualität ist ein Zentraler Bestandteil jeder Partnerschaft. Auch im hohen Alter kann Anziehung noch körperlich ausgedrückt werden. Wenn die Anziehung verloren geht, erforschen beide, wofür die Entfremdung steht und was in der Ehe / Partnerschaft außerdem fehlt.

Herzlichkeit: Antwort auf Wünsche:
Ein klares „Ja“ oder „Antwort später“ oder „Nein“ oder ein Gegenwunsch, denn (erwartungsfreie) Wünsche sind ein Nähe-Angebot.


Durchhaltevermögen: eigene Gesunderhaltung:
Elementar körperlich und psychisch. Wenn ich ein Problem habe, das die Partnerschaft belastet, ist es meine Aufgabe, dieses Problem zu lösen.

Mitleid: Respekt von Grenzen, die der Partner / die Partnerin setzt:
Ein Nein gilt!!!


© 2006, BeziehungsWerkstatt.org
13-September-2005
Daniela & Walter E. Fritzsche, Bülowstrasse 43, 42659 Solingen
 
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