| Behinderung
des vierten Veränderungsschrittes (Beliefs) |
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vom Ziel
zur Vorfreude
Hier geht es um die Frage:
- „Wenn ich nun dieses Ziel habe,
was hält mich davon ab, es freudig zu tun?“
Während nun der Klient sich vorstellt, wie er/sie das Ziel umsetzt, wird
er vom Mentor gefragt: „Was könnte Sie noch davon abhalten, so zu
sein?" Dann arbeitet er die Bedenken des Klienten in einer kurzen Formel
mit dem zugehörigen Gefühl heraus. Somit wird die „Gefühlszwiebel“ ermittelt,
die den Klienten bisher unbewusst daran gehindert hat, Ziele umzusetzen. Beispiele
wären: „kalte Wut“, „ständige Angst“, „leichte
Trauer“, …
- Beliefs sind Überzeugungen, die man sich selber aufgrund
meist kindlicher Erfahrungen aneignet. Diese sind mit negativen Gefühlen
verbunden (Angst, Wut, Trauer). In der 4. Phase des VoVa-Prozesses werden
diese Gefühle neu kalibriert, so dass sie das normale Verhalten
nicht stören, während gleichzeitig die 3 positiven Gefühle
(Ruhe, Kraft, Freude) erlebbar werden.
Beispiel:
Ein Kind, 2 Jahre alt, versucht mehrmals die Mutter
anzusprechen, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die Mutter reagiert
nicht, da sie mit
anderen Erwachsenen heftig debattiert. Im Gegenteil, sie schiebt das
Kind auf die Seite. Das Kind gewinnt die Überzeugung „Die
Erwachsenen nehmen keinen Anteil an mir“ und ist dabei wütend.
Dieses Kind wächst heran mit einem unspezifischen Grundgefühl
von Wut im Bauch. Sein Verhalten ist etwas „gockelhaft“ um
die Aufmerksamkeit anderer auf sich zu lenken.
Sein Belief könnte lauten: „Es lohnt sich
nicht, sich mit Erwachsenen / fremden Personen so viel Mühe zu machen.“
| Beliefs
(Gefühlszwiebel) und ihre Struktur |
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| Negatives Gefühl |
Zeitperspektive |
Grund |
| Wut |
Jetzt |
Weil gerade ein mir wichtiger Wert verletzt wird. |
| Panik |
Zukunft |
Weil ich mich davor fürchte, dass ein
mir wichtiger Wert verletzt wird. |
| Trauer |
Vergangenheit |
Ein Wert wurde verletzt. |
Im Prinzip lassen sich
die 3 Grundgefühle auf eines
zurückführen – Angst.
Sie werden dennoch entlang der Zeitachse anders erlebt.
Den 3 negativen Gefühlen stehen 3 positive Gefühle gegenüber:
| Wut |
Ruhe |
| Panik |
Kraft |
| Trauer |
Freude |
Auch hier lassen sich die 3 positiven
Gefühle auf eines zurückführen:
Glück:
Glücklich in die Zukunft schauend
gibt Zuversicht und damit Kraft.
Glücklich im Jetzt gibt Ruhe (alle meine Werte werden geachtet).
Glücklich aufgrund Erfahrungen aus der Vergangenheit gibt Freude.
| Beliefs
und ihre Prävention |
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Im Prinzip ist es sehr einfach: Wenn man auf
die Bedürfnisse
und die Gefühle von Kindern respektvoll eingeht, „verletzen“ wir
sie nicht. Damit verhindern wir das entstehen solcher Beliefs bzw.
Gefühlszwiebeln.
| Beliefs
und ihre Heilung (Auflösung) |
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Auflösung von Beliefs in
der Einzelarbeit
Neue Timeline-Technik
Beschreibung

1. Reise rückwärts
(nach 1)
Der Berater kündigt an, dass der Klient sich nun mit dem entsprechend
der Anordnung vorrangigen Anteil im Rahmen einer inneren Vorstellungsreise
eingehend beschäftigen kann. Der Klient assoziiert sich mit dem
zugehörigen Gefühl und schließt die Augen. Dann leitet
der Berater ihn folgendermaßen an: „Stellen Sie sich vor,
Sie könnten dieses Gefühl auf Ihrem Stuhl sitzen lassen und
davon schweben ... so als würde neben Ihnen ein Ballon stehen, aufgeblasen
mit Gas, fertig zur Abfahrt, in den Sie einsteigen ... Sie nehmen eine
Thermoskanne Kaffee, ein Tagebuch und einen Höhenmesser (tippt die
Hand des Klienten an, um die Vorstellung des Höhenmessers zu ankern)
mit ... und hopp ... er hebt ab und Sie werden in die Höhe hinaufgetragen
... Die Horizonte werden weit, die Sonne leuchtet durch die Farben Ihres
Ballons hindurch, bis Ihr Höhenmesser (ankert wieder) klick macht,
weil er schon am Anschlag ist!
Und - wenn Sie überhaupt Lust haben, hinunterzuschauen - sehen Sie,
wie dort unten (Stimmabsenkung) Ihr Lebensweg vom Jetzt in die Zukunft
läuft. Kurz hinter dem Jetzt ist irgendwo dort unten Ihr Ziel in
der Kette weiterer Ziele. Über dieser Kette oder über Ihrem
Lebensweg schwebt Ihre Vision wie eine Überschrift, können
Sie das sehen? Dahinter am Ende Ihres Weges ist sehr viel Licht, ja?
Die Zukunft ist insgesamt gut sichtbar. Um auch einen Blick auf Ihre
Vergangenheit zu werfen, schreiben Sie in Ihr Tagebuch das Thema Ihrer
Flugreise: Wann hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl
X (Berater nennt es) wie im Jetzt dort unten (Berater senkt die Stimme
ab)?'
Und schon spüren Sie, wie die Winde am Ballon ansetzen, und Sie
werden über Ihrem vergangenen Lebensweg zurückgetragen, bis
der Ballon dann wieder anhalten und weit oben über diesem Erlebnis
schweben wird, was Sie dort unten (Stimmabsenkung) hatten. Sagen Sie
mir, wenn Sie das Gefühl haben, dass der Ballon steht!" Sobald
der Klient nickt, nutzt der Berater den Anker an der Hand des Klienten
für die Aufrechterhaltung von dessen innerer Dissoziation. Der Klient
kann sich nun selbst in der Kindheitserinnerung betrachten und einen
Zusammenhang zu seiner im Jetzt erlebten, gebremsten Herangehensweise
an das Ziel herstellen.
2. Mitnahme der Geschichtsperson (nach 2 und 3)
Der Berater fährt mit seinen Anweisungen fort: „Und nun können
Sie Ihre Entdeckung zum Anlass für eine sicherlich noch interessantere
Forschungsfrage nehmen, die Sie ebenfalls in Ihr Tagebuch schreiben:
,Könnte es schon einmal vor meinem Leben einen Erwachsenen gegeben
haben, der noch Xiger (nennt das Gefühl) als ich dort unten war
- und zwar aus berechtigtem Anlass?' Und da Sie sich diese Frage ja aufgeschrieben
haben, brauchen Sie sich diese nicht zu merken und können es genießen,
dass die Winde wieder einsetzen und Sie in Ihrem Ballon weiter tragen über
der Vergangenheit ... weiter über Ihren Erfahrungen in der Kindheit
und im Mutterbauch, bis Sie über den Punkt Ihrer Zeugung hinweg
fliegen, in den die Linien Ihrer Eltern einmünden ... Und Sie sehen
unter sich die Linien von deren Vorfahren und viele andere Linien von
Menschen, die vor Ihnen gelebt haben - ein unzähliges Liniengewirr
von Leben in Ihrer Vorgeschichte ... Und irgendwann wird der Ballon anhalten über
dem Leben, das Sie gesucht haben. Sagen Sie mir, wenn Sie das Gefühl
haben, dass der Ballon steht!"
Sobald der Klient nickt, fragt der Berater, ob der Ballon über dem
Abschnitt der Lebenslinie eines jungen Erwachsenen oder eines Menschen
mittleren oder reiferen Alters angehalten hat, und ob es sich um das
Leben einer Frau oder eines Mannes handelt. Der Klient schildert nun
eine extreme Lebenssituation, die diese Geschichtsperson gerade durchmacht.
Dann läßt der Berater den Klienten phantasieren, dass dieser
vom Leid gepeinigte Mensch kurz in Ohnmacht fällt oder einschläft
und dabei den Traum hat, dass der Ballon des Klienten kommt und ihn auf
einen Ausflug mitnimmt. Der Berater hilft dem Klienten, sich eine lebendige
Vorstellung davon zu machen, wie sich die Geschichtsperson im Ballon
verhält, während sie mit dem Klienten über der Vergangenheit
und über seiner Lebenslinie (mit einem kurzen Blick auf die Kindheitserinnerung)
direkt zur Zukunft fliegt.
3. Veränderung der Sichtweise vom Ziel
Der Berater lässt den Klienten phantasieren, dass der Ballon zum
Fenster des Gebäudes fliegt, in dem das Zielverhalten gerade ausgeführt
wird. Dann öffnet der Klient die Augen und der Berater legt vor
ihm Papiere auf die Positionen der Personen, die in der Zukunftssituation
mitsamt dem Klienten selbst eine Rolle spielen, beziehungsweise er stellt
Stühle als Anker für die beteiligten Personen hin. Der Klient
steht auf, geht hinter den Stuhl, auf dem er bis jetzt saß, und
hält sich an seiner Lehne fest, die den Rand des Korbs vom Ballon
markiert. Neben ihm stellt er sich die Geschichtsperson vor, der er nun
im Geiste ganz sachlich erklärt, was er dort in der Zukunftssituation
tut und welche Probleine er dabei mit dem Gefühl X hat.
Dann geht er einen Schritt
zur Seite in die Geschichtsperson hinein, vergegenwärtigt sich auf assoziierte Weise deren Tragik und betrachtet
dann seine eigene Zukunftssituation aus deren Perspektive. Während
er nun erlebt, wie sich sein ursprüngliches Problem auf dieser Position
plötzlich auflöst, überlegt er sich als Geschichtsperson,
welche kurze Botschaft er seinem Ich dort in der Zukunft vermitteln möchte.
Diese Botschaft raunt er dem Ich ins Ohr oder bringt sie ihm als Geist
aus der Geschichte noch eindringlicher und unsanfter bei. Sobald er den
Eindruck hat, dass das Ich in der Zukunft die Botschaft wirklich realisiert
hat, entsteht als Rückwirkung ein bestimmtes, positives Gefühl
Y beim Klienten als Geschichtsperson, das er genau benennt. Dann setzt
er sich auf seinen eigenen Stuhl zurück, um die Figur aus seiner
Vorvergangenheit in ihr Leben zurückzubringen.
4. Integration des neuen Lebensgefühls (nach 4, 5 und
6)
Der Klient fliegt mit der Geschichtsperson zurück zu ihrem Leben,
in dem er sie wieder absetzt und im Gefühl Y zurück lässt,
ohne ihr darüber hinaus zu helfen. Dann steigt er wieder allein
mit seinem Ballon auf und fliegt zu seiner Lebenslinie. Über der
Kindheitserinnerung fragt ihn der Berater: „Stellen Sie sich vor,
Sie hätten Y innerlich bewahren können ... wie hätten
Sie als Kind das Ganze wahrgenommen?" Der Klient berichtet von seiner
veränderten Wahrnehmung und nun möglichen, alternativen inneren
oder äußeren Reaktion. Der Berater regt ihn dazu an, die ganze
nachfolgende Lebensgeschichte genauso auszuwerten: „Schauen Sie
nun alle Situationen danach an, wo Sie sich in Ihrem Leben Xmäßig
gefühlt haben, wie es Ihnen ergangen wäre, wenn Sie Y hätten
innerlich bewahren können!" Der Klient wählt dabei das
ihm gemäße Tempo für den Rückflug und öffnet
erst dann wieder die Augen, wenn er im Jetzt gelandet ist. Dort testet
er sofort, ob sich am Zielbild etwas in den Submodalitäten verändert
hat.
(Aus VoVa Band II von Annegret
Hallanzy - Jungvermann)
Im Zuge der Paararbeit wird statt
obiger Timelinearbeit der Austausch von Wünschen ritualisiert. Ist es nicht schön,
Wünsche zu äußern, ohne Angst, Wut oder Trauer zu empfinden,
weil man abgelehnt werden könnte?
Ein Wunsch an den Partner ist ein Angebot an Nähe. Im Gegensatz
dazu ist eine Forderung ein zwingendes muss für das Fortbestehen
der Partnerschaft. Wenn ein Wunsch nicht erfüllt wird, ist die Partnerschaft
nicht in Gefahr.
Beschäftigt man sich in der Partnerschaft mit dem Thema „Wünsche
genießen“, so müssen einige Rahmenbedingungen (Frames)
besprochen werden:
Oft geht man davon aus, dass
- Wenn mein Partner mich liebt, dann kennt er/sie
meine Wünsche.
- Wenn dann der Partner NEIN sagt, dann liebt er mich nicht.
- Meine Wünsche sind an meinen Augen abzulesen….
- Ich kann keinen Wunsch äußern, weil ich ein NEIN nicht ertragen
könnte.
Deswegen ist es wichtig, vorab grundlegende Einsichten zu etablieren:
- Kein Mensch kann Gedanken lesen.
- Es ist schön, Wünsche zu äußern.
- Ein Nein ist ein Vertrauensbeweis, weil
- Ich darf auch mal Nein sagen,
- Es ist ok mal Nein zu sagen
- Nein bedeutet nicht „ich liebe dich nicht“ sondern: So
bzw. jetzt kann ich dir den Wunsch nicht erfüllen.
- Ein Nein kann immer noch ergänzt werden durch ein „das nächste
mal aber gerne!“
- Wünsche sind Angebote an Nähe.
- Ein Nein ist eine Chance für einen noch schöneren
Rahmen.
Wünsche werden geäußert in
folgender Form:
Ich wünsche mir, dass Du x…
Der Wunsch sollte den 4 Wohlgeformtheits-Kriterien entsprechen (Siehe
VoVa I):
Positiv, ohne Vergleiche
ein Wunsch (nicht mehrere sich
ausschließende)
eine konkrete Handlung
zu einem konkreten Zeitpunkt
um sicher zu stellen, dass der Partner, an den der
Wunsch gerichtet ist, genau weiß, was er zu tun hat und
wann er es zu tun hat. In
aller Regel muss dies erst „gelernt“ werden. Wichtig
ist auch, dass grundsätzliche Forderungen in der Partnerschaft bereits
behandelt wurden (Siehe VoVa III).
Am schönsten wird es, wenn der Wunsch so lange verändert
wird, bis beide kongruent den Wunsch bejahen…
„Wünsche genießen“ im
Beratungsrahmen:
Im Rahmen einer Paarberatung könnte
der Vertrag lauten:
„
Geht es darum, dass Sie lernen, sich gegenseitig Ihre Wünsche zu
sagen?“
Wenn beide dieses Angebot kongruent bejahen,
ist der Raum da, um diese „Technik“ anzuwenden.
Diese Technik kann dann in folgender Form durchgeführt werden:
1. Lockere Einführung der Denkweise, dass eine festgefahrene Beziehung
immer mit verdrängten Wünschen zu tun hat und dass umgekehrt
eindeutige Wünsche klärend wirken.
Hier wird im obigen Sinne das Thema eingeführt, mit der Vermutung,
dass der bisherige Machtkampf allein damit zusammenhängen könnte,
dass das Paar die Kunst des Wünschens in der kritischen Situation
nicht umsetzt. Hier sollten alle Fragen zum Thema beantwortet werden,
ohne dabei in Begriffsdiskussionen abzugleiten. Es sollte auch wirklich
nur das erklärt werden, was das Paar fragt.
2. Erlaubnis zum Unterbrechen
geben lassen (beim Wünschen und Antworten).
Damit wird dem Paar indirekt versichert, dass der Berater verhindern
wird, dass das Paar in ihre Schleifen abgleitet. Diese Unterbrechung
bietet neben der anschließenden Sortierhilfe die stärkste
Intervention dar.
3. Erarbeitung eines Wunsches (kann
auch zu einer Anfrage in der Form des Konfliktlösungsmusters werden)
Indem wir denjenigen unterbrechen, der nun die Aufgabe hat, einen Wunsch
zu formulieren, nehmen wir beiden den „Druck“ weg: A = Ah,
ich werde jetzt unterstützt (bin nicht alleine auf mich gestellt)
und B = Ah, ich kann mich zurücklehnen, denn ich darf einfach zuschauen
und abwarten bis die beiden fertig sind.
Wir unterstützen jetzt A beim sortieren und erstellen des Wunsches.
Dabei verwenden wir die Tabelle zur Zielhypnose nach Annegret Hallanzy
um A dabei zu unterstützen den Wunsch zu konkretisieren.
Erst wenn der Wunsch so konkretisiert ist, dass B eine Idee hätte,
was er daraus für A gutes machen könnte, ist der Wunsch ausformuliert.
4. Überprüfung, ob der Wunsch auch abgelehnt werden darf bzw.
ob beide sich kongruent auf das Konfliktlösungsmuster einlassen.
Bevor A gegenüber dem Partner den Wunsch äußert, fragt
der Berater, ob es auch in Ordnung wäre, wenn der Partner den Wunsch
begründet verneinen würde. Ist es also ein Wunsch und damit
ein Nähe-Angebot, oder ist es doch eher eine unabdingbare Erwartung.
Scheint es eher eine unabdingbare Erwartung zu sein, bekommt der Klient
eine Nachdenkaufgabe: „Glauben Sie wirklich, dass die Beziehung
beendet wäre, wenn Ihr Partner diesen Wunsch ablehnen würde?
Oder könnte es sein, dass Ihnen die Erfüllung dieses Wunsches
als solche gar nicht so wichtig ist wie die Tatsache, dass Ihr Partner
Ihnen damit etwas ganz bestimmtes beweist? Etwas von grundsätzlicher
Bedeutung für die Partnerschaft? Was er vielleicht noch viel besser
als so beweisen könnte?“
Es könnte jedoch auch ein Wunsch kommen in die Richtung (KLM): „Ich
würde gerne einmal mit dir über eine Situation sprechen, die
mit dir zu tun hat und für mich schwierig ist. Ich möchte von
mir aus etwas dagegen tun. Magst du mir dabei helfen?“
Ist dies der Fall, wird das Paar schrittweise in die Formulierung des
KLM angeleitet.
5. Erarbeitung der Antwort des Gegenübers
Auch hier wird zuerst unterbrochen, um mit dem Gegenüber die Antwort „auszusortieren“.
Es gibt 3 mögliche Antworten:
- Ja -->
kongruent --> wunderbar oder
- er/sie hat einen Gegenwunsch:
“
Ja, mache ich gerne, wenn du mir das auf diese Weise ermöglichst,
dass du …“
Hierbei würde das Paar Wünsche so lange austauschen, bis es
einen optimalen Rahmen geschaffen hat, um die Nähe zu genießen…
- oder der Partner lehnt
die Erfüllung des Wunsches ab (Nein).
Wenn der Partner damit nicht das Angebot an Nähe an sich ausschlagen
möchte, sollte er begründen, wofür genau es wichtig ist,
das Gewünschte nicht zu tun – also inwiefern sein Wohlbefinden
(und seine Ökologie) dabei gefährdet wäre.
6. Zusammenfassung der neu gewonnenen Erkenntnisse
Die Schritte 3-5 werden so lange wiederholt, bis die vereinbarte Beratungszeit
erreicht wurde oder maximal so lange, bis entweder die auf beiden Seiten
hinter dem Konflikt stehenden Erwartungen als mögliche Forderungen
klarer geworden sind oder bis jeder das Konfliktlösungsmuster
ausprobiert hat. Durch die erwartungsfreien Fragen an den anderen entstand
mehr Nähe. Auch begründete Neins können aus den bisherigen
Schleifen führen, da das alternative Verhalten des anderen nicht
mehr persönlich genommen wird.
| Das
Konfliktlösungsmuster (KLM) |
|
Wenn wir uns
vom Partner beraten lassen, was wir selbst in der kritischen Situation
für den Rapport mit dem
Partner tun können, dann ist das ein Wunsch an ihn, uns zu helfen,
auf ihn einzugehen. Es geht hier wieder um die Intensivierung von Kontakt
und Nähe.
Von beiden Seiten ist sehr viel Vertrauen investiert worden, um zu einer
Lösung zu kommen, die dann aber für beide stimmig ist und endgültig
funktioniert. So groß der Einsatz auch ist, so beglückend
die Ernte!
Das Ziel ist, einen Konflikt, eine unglückliche
Situation so zu bereinigen, dass beide mit dem Ergebnis zufrieden sind.
Das Konfliktlösungsmuster und die
einzelnen Schritte dazu:
1. Die „Sternstunde“ finden
Es ist unmöglich, sich über eine Situation zu unterhalten,
in der beide ressourcelos sind, solange sie noch in der Schleife stecken.
Beide brauchen für ein Meta-Gespräch einen großen Abstand
zum aufgetretenen Konflikt. Falls Sie also einmal vorhaben, einen bestimmten
Beziehungskonflikt für immer auszuräumen, sollten Sie zunächst
alles dafür tun, um mit dem Partner wieder eine „Sternstunde“ zu
erleben.
Sobald der Moment da ist, richten Sie Ihren Wunsch folgendermaßen
an den Partner: „Ich würde gerne einmal über eine Situation
reden, die mit dir zu tun hat und die für mich schwierig ist. Ich
möchte von mir aus was dagegen tun. Magst du mir dabei helfen?“
Wenn er keine kongruente Bereitschaft dafür zeigt, dann fragen Sie
einfach nach, was ihn so beschäftigt, dass er für Ihr Anliegen
keinen Raum hat. Dran bleiben mit der Absicht, mehr Nähe herzustellen! 2.
Die schwierige Situation mit dem zugehörigen Gefühl
benennen.
Nun wird KURZ das Verhalten des anderen beschrieben, das bei Ihnen
das Gefühl ausgelöst hat. Der andere sollte genau verstehen, über
welche Situation Sie sprechen (nur eine Situation ansprechen!!!). Benennen
Sie Ihr Gefühl (Wut? Angst? Trauer?) am Schluss Ihrer Schilderung
genau und ohne weitere Erklärungen. Ohne Pause hängen Sie
folgende Frage an:
3. Frage danach, was dem anderen
gut getan hätte:
“
Sag mal, hast du eine Idee, was ich in Zukunft in so einer Situation
tun könnte, damit das Ganze nicht mehr passiert?“
Wenn Ihr Gegenüber mit seinen Vorschlägen beginnt, was ihm
geholfen oder gut getan hätte, bedanken Sie sich für jeden
einzelnen Vorschlag, unabhängig davon, ob er für Sie umsetzbar
ist oder nicht. Sie sollten den Vorschlag nur nachvollziehen können.
Mit jedem Vorschlag lernen Sie die Erlebniswelt des anderen besser kennen.
Dadurch könnte es sein, dass Sie aufgrund dessen selber zu einer
guten Idee kommen könnten, die Ihrem Partner auch gut gefällt.
4. Suche nach der besten Möglichkeit
Meist taucht bald eine Idee auf, die für Sie leicht umsetzbar ist.
Meist handelt es sich um kleine und banal erscheinende Dinge, die aber
für den anderen durch ihre Anker-Wirkung einen großen Unterschied
ausmachen. Prüfen Sie in aller Ruhe, welcher Vorschlag wirklich
für Sie umsetzbar ist! Außerdem, auch wenn Sie etwas gefunden
haben, müssen Sie dem anderen deswegen nicht versprechen, dies auch
zu tun! Lassen Sie es sich offen, ob Sie etwas Neues ausprobieren oder
sich wie bisher schlecht fühlen möchten… Das könnte
für Sie interessant sein, zu beobachten.
Aus "Miteinander Glücklich" von
Annegret Hallanzy VoVa-Verlag
| © 2006, BeziehungsWerkstatt.org |
10-Januar-2006
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Daniela & Walter
E. Fritzsche, Bülowstrasse 43, 42659 Solingen
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