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VoVa:
VoVa ist die Abkürzung für „Visionsorientierte Veränderungsarbeit“1
.
„Visionsorientiert“ heißt, dass die inhaltliche Arbeit sich
immer wieder auf
jene
Beziehungsvision
bezieht, die ein Mensch für
seine Zukunft definiert und anstrebt. Dahinter steht die Erkenntnis, dass gewollte,
tief
greifende
Veränderungen
der eigenen Lebensweise eher durch den Sog von Visionen stattfinden,
als durch den Fokus auf die Bekämpfung persönlicher Schwächen,
so dass sich Sinnerfüllung unmittelbar einstellt.
„Veränderungsarbeit“ bezeichnet den persönlichen Veränderungsprozess
in Richtung Sinnerfüllung und damit ein glückliches Leben.
VoVa ist das Ergebnis von Forschungen, die der Frage nachgehen, wie
eine tief greifende und dauerhafte Veränderung, die in einem auch zeitlich
effizienten Rahmen (ca. 40 Stunden) verläuft, zustande kommen
kann. Dabei liegt der Methode ein systemisches Welt- und Menschenbild
zugrunde.
VoVa beruht auf der Erkenntnis, dass Blockaden einer Hierarchie unterliegen.
Diese Hierarchie kann man mit den sieben logischen Ebenen2 beschreiben.
Bei der Auflösung dieser Blockaden muss gemäß dieser
Hierarchie vorgegangen werden. Dementsprechend umfasst VoVa folgende
Phasen:
Phase |
Log. Ebene |
Veränderungsschritt |
Blockaden |
0 |
Sinn / Mission (7) |
Was hindert
mich, nach
dem Glück zu greifen?
Symptom
|
|
1 |
Identität
(6) |
Wenn ich das
Symptom verliere, was würde ich mir wünschen?
(Was macht für mich Sinn?)
Vom Symptom zur Vision
|
|
2 |
Werte
(5)
Überzeugungen (4)
Fähigkeiten (3)
|
Was hindert
mich, diese Vision zu leben?
Von der Vision zum Ziel*
{Bei der Paararbeit werden hier die 'Kernforderungen’ definiert}
|
|
3 |
Was hindert
mich, das Ziel umzusetzen?
Vom Ziel zur Vorfreude
{Bei der Paararbeit:
'Wünsche genießen3 ’}
|
Beliefs (Gefühlszwiebel:
Angst, Wut, Trauer) |
Verhalten (2)
Umfeld / Umgebung (1)
|
Erfolgstest
und damit Bestätigung der Veränderung |
VoVa
verfügt über mehr als
20 definierte Techniken, die jeden der im folgenden genannten Veränderungsschritte
unterstützen:
Bestimmung auf Vorhandensein einer Blockade, Analyse der Blockade,
Auflösung der Blockade, Überprüfung der erfolgreichen
Auflösung, Suche nach weiteren Blockaden auf gleicher Ebene bzw.
Weiterarbeit auf der nächsten Ebene.
Die Arbeitsweise mit
einzelnen Klienten unterscheidet sich deutlich von der Arbeitsweise
mit Paaren.
Aufgrund der beziehungsorientierten
Philosophie und Arbeitsweise von VoVa wird ein(e) vorhandene(r) Ehepartner(in)
bzw. Lebensgefährt(e/in) grundsätzlich mit einbezogen.
Einige Begriffsbestimmungen:
Vision4:
Eine Vision ist das symbolhafte Bild einer Beziehung, das eine
bestimmte Beziehungsqualität darstellt. Zusätzlich
erhält dieses Bild einen Titel, der die Beziehungsebene und
die Beziehungsqualität beschreibt und damit jene Form des Zusammenlebens,
die der Einzelne bzw. das Paar dauerhaft anstreben möchte. Diese Vision
ist somit der Anker, der eine Person in den Visionszustand5
versetzt – der
Sog, der zur weiteren Veränderung führt. Der Visionszustand wird durch
4 'Zustände’ beschrieben: (1) der eigenen Person voll bewusst, (2)
gleichzeitig mit dem(n) Anderen tief verbunden, (3) die eigene Intuition ist
zugänglich und gleichzeitig (4) ist man sich der Einheit mit dem Anderen
voll bewusst, ohne sie permanent hinterfragen zu müssen. Beispiel: Bild
von zwei sich umkreisenden Sonnen, die sich gegenseitig mit ihrem Licht umströmen.
Überschrift:
Strömende Partnerschaft.
Verstrickung:
Die Verstrickung ist im VoVa-Sinne eine Behinderung auf Sinnebene,
die einen Menschen daran hindert, sich zu verändern, um in Folge
glücklicher zu sein. Hierbei geht es um die Frage: „Macht
es für mich Sinn, nach dem Glück zu greifen, wenn ich mich
schuldig fühle oder mich mit der Veränderung schuldig fühlen
würde?“ Antwort (vielleicht bewusst, sicherlich unbewusst):
NEIN!
2 typische Beispiele:
-
Ich habe eine
frühere Partnerschaft verlassen – Ich
fühle
mich mitschuldig am Scheitern dieser Beziehung – oder
gar am Unglück eines früheren Lebensgefährten.
-
Meine Eltern
haben kein eigenes Freundschaftsnetz. Wenn ich glücklich
werden würde, würden sie merken, wie einsam und
unglücklich
sie selber sind. Ich würde mich dann schuldig fühlen
an ihrem Unglück.
Identifizierungen6:
Identifizierung bedeutet, in Gedenken an einen anderen Menschen zu
leben und damit das eigene Leben nicht zur Entfaltung zu bringen.
Dabei werden zwei Identifizierungen unterschieden: Totenidentifizierung
(Ich trauere im Gedenken an einen Toten, der im familiären System
nicht ausreichend betrauert wurde) und Opferidentifizierung (Ich
lebe
in Unzufriedenheit
im Gedenken an eine Person meiner Ursprungsfamilie, deren Rechte
missachtet wurden).
Thought
Forms7 (TF):
TF sind 'Gedankenformen’, die im Rahmen einer emotional
extrem belastenden Situation, häufig im Kindesalter,
von einer Bezugsperson übernommen werden. Dabei handelt es sich
um negative und damit einschränkende Menschen- und Weltbilder.
Beispiel: Ein Junge, 5 Jahre alt, erlebt, wie sein Vater wutentbrannt
und außer sich auf ihn zukommt, um ihn zu schlagen. Die Mutter
des Jungen, die zufällig hinter diesem steht, sieht den Vater,
gerät vor Verzweiflung und Ohnmacht (er wird meinen Jungen wieder
böse schlagen) ebenfalls außer sich, legt dem Jungen den
Arm um seine Brust und zieht ihn zu sich. Der Junge ist ebenfalls außer
sich und versucht, über die in seiner Nähe befindliche Bezugsperson
(hier seine Mutter) ein Verständnis der Situation zu erhalten.
Die Mutter ist fokussiert auf den Vater mit dem Gedanken „Er
ist gefährlich“. Der Junge lernt somit: Der Vater ist gefährlich – also
können Menschen gefährlich sein, also könnte auch ich
gefährlich sein. Also lebt der Junge nun mit der TF (Befürchtung): „Ich
könnte gefährlich sein“ – Er lebt nun besonders
hilfsbereit, um sich und andere davon zu überzeugen, dass er gar
nicht gefährlich sein kann.
Die körperlich-energetische Blockade liegt quer über seiner
Brust, dort, wo die Mutter ihn berührte, als sie ihn zu sich gezogen
hat.
Die
bisherige Erforschung der TFs ergab, dass es 14 verschiedene 'Familien’ von
TFs gibt, die jeweils eine Kerncharaktereigenschaft von Menschen blockieren.
Des Weiteren wurde festgestellt, dass je 2 Kerncharaktereigenschaften
auf je einer 'Grundtugend’ beruhen. Man fand 7 Grundtugenden,
die mit den 7 logischen Ebenen korrelieren: 1 – 7: Geduld mit
der Umgebung, Intensität im Verhalten, Bejahung der Fähigkeiten,
Treue zu den Überzeugungen, Loslösung, um Werte zu leben,
Tiefe, um zur Identität (zum Wesen aller Dinge) vorzudringen,
Inspiration, um den Sinn des Lebens zu erfassen8
Ziel:
Unter Ziel wird im Rahmen der Abfolge der nächste Schritt in Richtung
Vision verstanden. Ein 'wohlgeformtes’ Ziel erfüllt
folgende Kriterien: Es ist positiv, benennt eine konkrete Handlung,
die selbst initiiert ist und zu einem bestimmten Zeitpunkt erfolgt.
Dieser Zielsatz muss in einem kongruenten Satzbogen ausgesprochen werden.
Es wurde festgestellt, dass erst dann ein wohlgeformtes Ziel formuliert
werden kann, wenn alle betroffenen TFs aufgelöst wurden.
Kernforderungen:
Bei der Paararbeit werden in der Phase 2 (Wertecheck) beide Partner
gebeten, ihre Kernforderungen an den Partner/ die Partnerin zu
verbalisieren, damit ihre 'Partnerschaftsvision’ erfüllt werden
kann. Hierbei versuchen beide, nacheinander diese Forderungen 'wohlgeformt’ zu
definieren. Scheitert der Definitionsversuch zunächst an vorhandenen
TFs, müssen diese aufgelöst werden, damit dann die Forderungen
und die Antworten der Partner kongruent und wohlgeformt ausgesprochen
werden können.
Die bisherige Forschung ergab, dass die 14 verschiedenen TF-Familien
14 unterschiedliche Kernforderungen von Menschen an ihre Partner/
Partnerin bzw. deren Erfüllung blockieren. Diese korrelieren
mit den 14 Kerncharaktereigenschaften und den 7 Grundtugenden.
Ein Beispiel solcher Grundforderungen:
- Ich möchte dass du dich gegenüber
dem anderen Geschlecht so verhältst, dass ich jederzeit zusehen
könnte, auch
wenn ich nicht dabei bin (sexuelle Treue): Kerncharaktereigenschaft:
Zuverlässigkeit
/ Grundtugend: Treue
Beliefs9:
Beliefs sind Überzeugungen, die man sich selber aufgrund meist
kindlicher Erfahrungen aneignet. Diese sind mit negativen Gefühlen
verbunden (Angst, Wut, Trauer). In der 3. Phase des VoVa-Prozesses
werden diese Gefühle neu kalibriert, so dass sie das normale Verhalten
nicht stören, während gleichzeitig die 3 positiven Gefühle
(Ruhe, Kraft, Freude) erlebbar werden.
Beispiel: Ein Kind, 3 Jahre alt, versucht mehrmals die Mutter anzusprechen,
um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die Mutter reagiert nicht, da sie
mit anderen Erwachsenen heftig debattiert. Im Gegenteil, sie schiebt
das Kind auf die Seite. Das Kind gewinnt die Überzeugung „Die
Erwachsenen nehmen keinen Anteil an mir“ und ist dabei wütend.
Dieses Kind wächst heran mit einem unspezifischen Grundgefühl
von Wut im Bauch.
Beziehungsebenen:
Nach VoVa gibt es deren 7: 1 – 7: Die Beziehung zu sich selbst,
zu Anderen in Freundschaft, in Teams, in der Partnerschaft, in der
Familie, zur Ursprungsfamilie, zu allen Menschen (der Schöpfung).
1 Hallanzy, Annegret:
VoVa Band I und II . Jungfermann (1997, 1998);
vgl. auch: www.therapie-nach-absprache.de
2 Dilts, Robert: Identität, Glaubenssysteme und Gesundheit. NLP-Veränderungsarbeit.
Jungfermann (1993)
3 Hallanzy, Annegret und Klaus-Peter: Miteinander Glücklich. VoVa
Verlag (2000),
Seite 124 ff
4 Hallanzy, Annegret: VoVa Band I, Seite 163 ff. Jungfermann (1997)
5 Vgl. Wilber, Ken
6 Hellinger, Bert: Ordnungen der Liebe. Auer (1994) oder Zweierlei Glück.
Auer (1995)
7 Hallanzy, A.: VoVa Band I, Seite 167 ff Jungfermann (1997) bzw. Bateson,
Gregory
8 siehe auch: Bahá’u’lláh: Die sieben Täler
und die vier Täler. Bahá’í-Verlag (1997, 4.
Auflage)
9 Hallanzy, A.: VoVa Band II Kapitel 9. Jungfermann (1998)
| © 2004, BeziehungsWerkstatt.org |
24-Juni-2004
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Daniela & Walter
E. Fritzsche, Bülowstrasse 43, 42659 Solingen
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